Entstehungsgeschichte Jawa 350

  

Im Jahr 1954 erhielten die Großserienmodelle 250er und 350er ein neues Fahrgestell.
Nach ca. 180 000 „Perak“, den Gefederten, wie die Jawa 250 und 350 mit Geradwegfederung in ihrem Heimatland hießen, brach nun die Ära der Schaukel, der „Kyvacka“ an. Am Heck des nach wie vor aus Viereckrohren zusammengefügten Rahmens, fand sich eine Schwinggabel mit hydraulisch gedämpften Federbeinen. Die Telegabel erhielt ebenfalls eine hydraulische Stoßdämpfung. Zusammen mit den von 19 auf 16 Zoll verkleinerten Rädern ergaben die langen Federwege (130 Millimeter vorn, 100 Millimeter hinten) ein sehr komfortables Fahrverhalten. An Tiefziehblechen sparte Jawa nicht. Der damaligen Motorradmode entsprechend, gab es seitlich heruntergezogene Schutzbleche und auch der Raum zwischen Motorblock und Federbeinen war komplett verkleidet. Batterie- und Werkzeug- kästen wurden gleich mit integriert. Doch damit noch nicht genug des Blechs, auch ein geschlossener Kettenkasten zum Hinterrad durfte nicht fehlen. Mit den Typen 353 (250cm³) und 354 (350cm³) unterstrich Jawa seinen Anspruch, perfekte, alltagstaugliche, pflegeleichte und anspruchslose Gebrauchsfahrzeuge zu produzieren. Nach verschiedenen kleinen  Änderungen leisteten die Motoren nunmehr zwölf beziehungsweise 16 PS.

Im laufe des Jahres 1955 warteten die Typen 353/02 (250cm³) und 354/02 (350cm³) nur noch mit einem Schalthebel auf der linken Motorgehäuseseite auf. In hochgeklapptem Zustand übernahm dieser Hebel nun auch die Funktion des Kickstarters, der bis dahin senkrecht als zweiter Hebel angeordnet war. Unter den Typennummern 353/03 und 354/03 präsentierten sich die beiden Jawa Modelle 1956 mit Vollnaben aus Alu- Guss. Die Bremstrommeln hatten einen Durchmesser von 160 Millimetern und beherbergten nun 35 Millimeter breite Bremsbacken. Im Jahr darauf gab es unter der Ordnungsnummer /04 verbesserte Vordergabeln und effektivere, zigarrenförmige Schalldämpfer lösten die Fischschwanztöpfe ab. Statt des einfachen Luftfilters mit Stahlwolleeinsatz fand sich nun ein zylindrischer Ansaugtopf hinter der Blechverkleidung. Dieser wirkte als Dämpfer und nahm eine wirksame Papier/ Feinstfilter- Patrone auf. 
Mit mehr Leistung warteten dann die überarbeiteten 1962er Modelle auf, die 350 hieß nun Verwirrenderweise 360und ihre Leistung stieg auf 18 PS. Die 250cm³ Jawa des Typs 559 erhielt einen neuen Zylinder, bei dem der Vergaser, anders als bisher und wie weiterhin im Zweizylinder, nicht mehr hinten am Gehäuse montiert, sondern direkt an den Zylinder angeflanscht wurde. Da fielen andere Neuerungen schon eher ins Auge. Die obere Lampenverkleidung wurde um eine Lenkerabdeckung bis zu den Griffgummis erweitert und nahm das Zündschloss auf, das bisher auf dem Tank saß. Die Sitzbank bekam ein Schloss und die Deckel der Seitenkästen erhielten Schnappverschlüsse, die nach Abheben der Sitzbank nun von innen geöffnet wurden.

Die Verwendung von 30-Millimeter Jikov- Vergasern statt der serienmäßigen 26er, brachte 17 PS und 20 PS bei den Supersport-Modellen, die nun in kleinen Auflagen für bedeutende Exportmärkte, wie etwa Frankreich, angeboten wurden. Sonderserien mit Ausstattungsvarianten oder Abweichungen vom traditionellen Jawa- Rot waren für devisenbringende Auslandskunden stets möglich. Dazu gehörten auch die Modelle mit den Typnummern 590 und 361: Standard-250er und -350er auf 19-Zoll-Rädern speziell für unwegsame Gegenden.     

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